Winterexpedition Grönland – Arctic Circle Trail by Bike: Der Kampf mit dem Eis

Wer lieber zu Hause im warmen Nestchen hockt und von Mutti sein Süppchen gekocht kriegt, muss hier nicht weiterlesen, denn diese Geschichte ist etwas für wahre Abenteurer. Auf einem der entlegendsten und zivilsationsfeindlichsten Flecken der Erde haben wir uns niedergelassen, um ein unvergleichliches Erlebnis zu erfahren. Der Kampf der wahren Mountainbiker gegen das ewige Eis.

Text & Fotos von Martin Bissig

Are you sure, you are on the right flight? fragt uns die nette Dame am Air Greenland Check-in in Kopenhagen, als sie unsere Bikeschachteln als Übergepäck abfertigt. Nach Grönland soll’s gehen, im Winter. So sicher sind wir. Ob’s eine gute Idee ist, wird sich während der nächsten Woche zeigen. Denn ob sich die grösste Insel der Welt als Winterbikespot eignet, davon haben wir etwa gleich viel Ahnung wie die Flughafenangstellte von unseren Fatbikes.

Ich habe von einem Freund erfahren, dass es in Grönland einen 160 Kilometer langen Wanderweg gibt, den Arctic Circle Trail. Mehr oder weniger von der Zivilisation abgeschnitten, führt dieser Weg vom ewigen Eis der Gletscher in Kangerlussuaq bis zum Küstenstädtchen Sisimiut. Im Sommer soll man von Ortschaft zu Ortschaft etwa zehn Tage brauchen – zu Fuss. Nach einer kurzen Internetrecherche und ein paar E-Mails wusste ich, dass sich die Strecke bei wärmeren Temperaturen in den Sommer- monaten mehr schlecht als recht mit einem Mountainbike bewältigen lässt. Zwischen Juni und September ist der Untergrund je nach Wetter sumpfig, die Mücken sind aggressiv und die teils unmarkierten Trails sind nur schwer zu finden. Da sich der ganze Spass offenbar in Grenzen hält und in einem Verhältnis von 40% Fahren zu 60% Schieben steht (und mit dem Fact, dass bereits mehrere Leute diese Tortur in Angriff genommen haben), liess ich die Sommeroption ziemlich schnell fallen.

Zusammen mit Claude Balsiger, mit dem ich schon einige verrückte Expeditionen im Himalaya unternommen hatte, und dem Walliser Bergführer Fabian Mooser musste also einer neuer Plan für die Befahrung von grönländischem Boden her. Der Boom der Fatbikes kam uns bei der Planung sehr entgegen. Endlich schien…

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