Die Schweiz verliert einen innovativen und echten Skihersteller. René Unternährer hat am 30.04.2025 seinen Betrieb und die Produktion seiner "Swiss Massiv"-Skier eingestellt. Damit gehen den Skifahrerinnen und Skifahrern wunderschöne, von Hand gezimmerte Ski-Unikate verloren, die ihresgleichen suchten. Es ist eine Schande!
Der Markt ist nichts Faires, nichts Nettes, nichts Schönes und heute schlimmer denn je. Jeder versucht nur das Beste für sich rauszuholen, der Konsument und der Händler sind rücksichtlos ohne Ende. Das führt dazu, dass immer wieder tolle Produkte aus dem Markt verschwinden, die toll sind. Grund für das Verschwinden sind nicht ein fehlendes Bedürfnis oder eine mangelnde Qualität der Produkte, sondern häufig sind es betriebsinterne Probleme wie z.B. Personalprobleme, Probleme bei den Finanzen, eine kleine Betriebsgrösse oder fehlendes Marketing.
René Unternährer war ein Einzelkämpfer mit guten Ideen und hervorragenden Skiern in einem stetig schrumpfenden Markt. Gerade kleine Ski-Marken haben es schwer, so ging die deutsche Indigo Konkurs oder die österreichische Original+. Die Skimarke Zai, die stets von grosszügigen Sponsorengeldern lebte, musste sich eines Tages umorientieren und den Standort Schweiz aufgeben, nachdem die Sponsoren das Vertrauen in die Zukunft der Marke verloren. Und auch die Nachfolge-Marke Anavon wäre ohne Spendengelder wahrscheinlich nicht mehr existent. Aber auch grosse Skimarken haben zu kämpfen, so hat die slowenische Skimarke Elan vermutlich aus finanziellen Gründen die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Sportartikelimporteur Catrade aufgegeben – man wollte sich wahrscheinlich die Marge des Importeurs einsparen. Ob es für Elan aufgegangen ist? Und auch bei K2 geht es aktuell drunter und drüber. Wahrscheinlich hatte der Hersteller der „Swiss Massiv“-Skier mit einem schwierigen Handel zu kämpfen. Die Händler fordern von den Herstellern heute alles ab und ob etwas zurückkommt, ist fraglich. Schliesslich stemmte René Unternährer sein Unternehmen selbst ohne Unterstützung von Sponsoren. Das war sehr viel harte Arbeit ohne ein Dankeschön! Und das Grausame an der Geschichte ist nicht nur, dass der Hersteller aus dem Entlebuch viel Herzblut in seine eigenen Skier steckte, ohne den entsprechenden Lohn für die Knochenarbeit zu bekommen, sondern dass nun auch wunderschöne handgefertigte Skiunikate aus Naturholz verloren sind. Es ist eine echte Schande! So ‚was kotzt mich einfach an. Kleine Unternehmen sind viel innovativer als grosse Unternehmen, sind innovativer und hochwertiger, aber gehen oft unter, bloss weil sie nicht die finanzielle Unterstützung erhalten, die sie verdienen. Für alle Freunde der Swiss Massiv-Ski ist dies ein harter Schlag. Ich hoffe, es geht René Unternährer dennoch gut und er blickt mit Zuversicht und Mut in die Zukunft. Er hat Grosses geleistet.









