Foto: Beat Feuz am Start der Lauberhornabfahrt in Wengen, 2019; Quelle: Verein Internationale Lauberhornrennen Wengen
Rennanzug, Helm, Ski, Zielbogen: Im alpinen Weltcup ist kaum eine Fläche ohne Logo. Die Marken stammen aber aus verschiedenen Beziehungen. Manche gelten dem Verband, andere dem Material, wieder andere einer einzelnen Athletin oder einem Rennen. Ein Überblick zum Start der Saison 2026/27.
Verbandspartner in Stufen
Swiss Ski ordnet seine Sponsoren in Stufen. Die offizielle Partnerübersicht von Swiss Ski für den alpinen Bereich nennt im Oktober 2026 Sunrise als Main Partner, Raiffeisen, Helvetia und BKW als Premium Partner sowie Audi als Gold Partner. Darunter folgen Silver Partner wie Emmi, Huawei, Ochsner Sport, Pirelli und Ricola, dazu ein Medical Partner, ein Time Partner, Medienpartner, Equipment Partner und eine lange Reihe von Lieferanten.
Die Kategorien helfen bei der Einordnung. Sie sind aber keine öffentliche Preisliste: Aus ihnen lassen sich weder konkrete Vertragsbeträge noch sämtliche Leistungen eines Unternehmens ablesen.
Die aufgeführten Kategorien bezeichnen die Partnerschaft mit dem Verband. Zusätzlich kann dasselbe Unternehmen einzelne Athletinnen und Athleten unterstützen. Der Geschäftsbericht 2025/26 zeigt, wie unterschiedlich die Engagements ausfallen. Sunrise bestritt mit Swiss Ski die vierte gemeinsame Saison und setzte den Schwerpunkt auf die Heimweltcups, in Adelboden etwa mit einer Lounge am Zielhang. BKW ist seit 2015 Premium Partnerin, hat bis und mit 2030/31 verlängert und begleitet die Heimweltcups zusätzlich als Nachhaltigkeitspartnerin. Raiffeisen steht seit mehr als 20 Jahren an der Seite des Verbands und unterstützt laut Bericht auch alle elf Regionalverbände, die drei nationalen Leistungszentren und zahlreiche lokale Skiclubs.
Ausrüster: Der Swiss Ski Pool regelt das Material
Für das Material gibt es eine eigene Struktur. Seit 1969 regelt der Swiss Ski Pool, ein Joint Venture der Skiindustrie und des Verbands, Beschaffung und Reglementierung von Hartware und Teambekleidung für die alpinen und nordischen Kader. Er schliesst die Ausrüsterverträge ab.
Am Abgabetag vom 1. Oktober 2025 erhielten die alpinen Athletinnen und Athleten unter anderem Wärmebekleidung von Descente sowie Handschuhe und Kopfbedeckungen von Reusch. Die Hartware wurde dagegen individuell abgegeben. Einheitliche Teamkleidung und persönliches Material stehen damit nebeneinander. Descente und Reusch erscheinen zugleich als Equipment Partner auf der Partnerübersicht des Verbands. Ausrüstung und Sponsoring lassen sich also nicht immer sauber trennen.
Persönliche Sponsoren: das Beispiel Camille Rast
Neben dem Verbandsauftritt pflegen Athletinnen und Athleten eigene Partnerschaften. Camille Rast führt auf ihrer Website im Oktober 2026 elf Partner auf. Dazu gehören das Skigebiet Grimentz Zinal, der Skihersteller Head und Raiffeisen Schweiz.
Grimentz Zinal unterstützt Rast nach ihren Angaben seit ihren Anfängen bei Swiss Ski, seit 2021 als Hauptpartner. Raiffeisen bezeichnet sie als ihre Bank und seit 2019 als Partnerin. Das Beispiel zeigt, dass ein Unternehmen auf mehreren Ebenen auftreten kann: Raiffeisen ist Premium Partner des Verbands und zugleich persönliche Partnerin der Athletin.
Rennwerbung: der Zielraum als eigener Markt
Im Zielraum und an der Strecke gilt wieder eine andere Logik. In der Saison 2025/26 vermarktete die auf die Weltcups spezialisierte Vermarktungsgesellschaft WCMAG laut Geschäftsbericht die medienrelevanten Werbepakete der alpinen Heimweltcups, darunter Adelboden und Wengen. Alle verfügbaren Pakete waren verkauft. Gleichzeitig präsentierten sich die Verbandspartner in den Zielbereichen. Eine Bande am Rennen kann also aus einem Werbepaket für die Veranstaltung stammen oder aus einer Partnerschaft mit dem Verband.
Für das Publikum heisst das: Ein Logo zeigt, dass ein Unternehmen präsent ist, aber nicht, auf welcher Ebene es beteiligt ist. Aufschluss geben die Partnerseiten von Verband und Athleten. Beide können sich von Saison zu Saison ändern.



