Franjo von Allmen gewinnt die Goldmedaille in der Herrenabfahrt der alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2025 in Saalbach. Vincent Kriechmayr und Alexis Monney belegen die weiteren Podestplätze.
Bei bedecktem Wetter ging es heute an die Königsdisziplin der alpinen Ski-Weltmeisterschaften, die Herrenabfahrt. Eine grosse Überraschung wie bei der gestrigen Damenabfahrt erwartete heute eigentlich niemand, der Favoritenkreis war gesetzt, insbesondere nach dem Super G. Alexis Monney, Franjo von Allmen, Marco Odermatt, vielleicht bei einem guten Tag Kitzbühel-Sieger James Crawford, Adrian Sejersted oder Dominik Paris waren Kandidaten für Gold. $Der Italiener Mattia Casse eröffnete das Rennen, sein Lauf ordentlich, aber nicht aussergewöhnlich. Mit der Startnummer 2 übernahm Stefan Rogentin kurzerhand die Führung. Mit Nummer 6 kam der Franzose Nils Allegre, der Rogentin im Ziel 0.04 Sekunden abnahm und sich an die Spitze setzte. James Crawford, der darauf ins Rennen stieg, enttäuschte auf der ganzen Linie mit einer unsicheren Fahrt und musste mit dem 23. Schlussrang Vorlieb nehmen. Keine tolle WM für ihn. Mit der 8 startete der Schweizer Alexis Monney, der in Kitzbühel mit einem 2. Platz glänzte und das Abfahrtsrennen in Bormio gewann. Und nun schien eine andere Klasse ins Rennen eingestiegen zu sein, denn Monney distanzierte Casse von Zwischenzeit zu Zwischenzeit, bis er im Ziel die Führung mit einem beeindruckenden Vorsprung von 1.10 Sekunden übernahm. Es folgte der Österreicher Vincent Kriechmayr. Der sympathische Österreicher konnte während der Weltcup-Saison nicht wirklich überzeugen, von daher waren die Erwartungen eher mau. Doch siehe da, die WM im eigenen Land schien Geister zu wecken, denn Kriechmayr konnte mit dem schnellen Monney mithalten und hie und da für eine grün aufleuchtende Zwischenzeit zu sorgen. Jede Kurve und jeder Schwung konnten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Im Ziel leuchtete die zeit grün auf, Führung für Kriechmayr mit lediglich 0.07 Sekunden Vorsprung. Nun kam Franjo von Allmen, der im Weltcup dank drei zweiten Plätzen bei Abfahrtsrennen im Weltcup zu den Topfavoriten zählte. Im Super G hatte er jedoch nichts Grossartiges geleistet, wie würde es nun bei der Abfahrt ausgehen? Von Allmen zeigte eine beherzte Fahrt und versuchte manchmal mit brachialer Gewalt, die Goldmedaille an sich zu reissen, und das Rezept schien zu funktionieren. Bis in die letzte Zwischenzeit rettete er seinen Vorsprung und sorgte auch in den letzten Kurven vor dem Zielsprung für eine weitgehend fehlerfreie Fahrt: Der Lohne die Führung mit 0.24 Sekunden Vorsprung. Nun kam Alt-Weltmeister Dominik Paris, der diese Saison im Weltcup ebenfalls nicht auf Touren kam. Doch die WM scheint ihn zu inspirieren. Im Ziel lag er zurück, was er mit einem Faustschlag auf die Bande quittierte, doch am Ende resultierte der überraschende 4. Schlussrang. Nun zitterten alle unten im Ziel, denn Saison-Dominator Marco Odermatt, der bereits die Super G WM vor zwei Tagen gewann, stieg ins Rennen. Zunächst sah noch alles ganz normal aus, er war schneller, doch im Mittelstück liess er überraschend Zeit liegen, die er bis ins Ziel nicht mehr wettmachen konnte. Am Ende musste sich Odermatt mit dem 5. Schlussrang genügen. Nun folgte als letzter Kandidat für Gold der Slowene Miha Hrobat, doch es riss ihm in einer Passage den Ski weg und er konnte sich nur noch mit viel Glück vor einem Sturz retten, was gleichzeitig das aus im Rennen bedeutete. Damit stand das Podest fest, daran änderten alle nachfolgenden Fahrer nichts mehr. Insbesondere für Vincent Kriechmayr und Österreich wird die Silbermedaille an der heim-WM ein echter Trost und ein echtes Glück bedeuten.
Rang | Medaille | Fahrer | Nation | Fahrzeit | Differenz |
|---|---|---|---|---|---|
1 | Franjo von Allmen | Schweiz | 1:40.68 | ||
2 | Vincent Kriechmayr | Österreich | 1:40.92 | + 0.24 Sek. | |
3 | Alexis Monney | Schweiz | 1:40.99 | + 0.31 Sek. | |
4 | Dominik Paris | Italien | 1:41.13 | + 0.45 Sek. | |
5 | Marco Odermatt | Schweiz | 1:41.34 | + 0.66 Sek. | |
6 | Adrian Smiseth Sejersted | Norwegen | 1:41.51 | + 0.83 Sek. | |
7 | Daniel Hemetsberger | Österreich | 1:41.59 | + 0.91 Sek. | |
8 | Justin Murisier | Schweiz | 1:41.97 | + 1.29 Sek. | |
9 | Stefan Babinsky | Österreich | 1:41.99 | + 1.31 Sek. | |
10 | Bennett Bryce | USA | 1:42.02 | + 1.34 Sek. | |
10 | Nils Allegre | Frankreich | 1:42.02 | + 1.34 Sek. |



