Sind Sneakers out?

Einem Bericht der Bank of America nach zufolge, haben Sneakers ihren Höhepunkt überschritten und die Wachstumsraten sinken wieder, so schreibt das Wirtschaftsmagazin Cash. Wahrheit oder Marktmanipulation?

Bei Wirtschaftsnachrichten über internationale, börsenkotierte Unternehmen muss man immer darauf achten, wer den Artikel verfasst hat und welchen Zweck der Verfasser der Nachricht damit verfolgt. Will man Anleger warnen oder zum Kauf motivieren oder will irgendwer mittels schlechter Nachrichten Druck auf Unternehmen ausüben und vom Abwärtstrend der Aktien profitieren? Der Artikel, der kürzlich im Cash erschienen ist, hat mich doch überrascht. Eigentlich scheinen die Sneaker-Läden, die man in der Stadt sieht, gut zu laufen, sie scheinen, ein Trend zu sein.

Der Cash schreibt:

Die Bank of America warnt in einer neuen Studie, dass der Sneaker-Boom enden könnte. Nach 20 Jahren Aufschwung sinken die Wachstumsraten. Der jahrzehntelange Sneaker-Boom könnte vorbei sein. Davon gehen zumindest Analysten der Bank of America aus. In ihrer 61-seitigen Studie von Anfang Januar kommen sie zum Schluss, dass sich die Wachstumsaussichten für Brands wie Hoka, On Holding, Nike, Adidas oder Puma eintrüben.

Die Strategen argumentieren, dass der Sportartikelmarkt einen 20-jährigen Aufschwung erlebt habe. Der Sneaker-Anteil stieg von unter einem Viertel auf mindestens die Hälfte der weltweiten Schuhverkäufe – Höhepunkt war die Pandemie. «Da dieser strukturelle Wandel weitgehend abgeschlossen ist, sind die Aussichten für künftiges Umsatzwachstum nun deutlich reduziert», schrieben die Analysten. Während die Sportartikelbranche seit 2007 im Durchschnitt um 9 Prozent jährlich wuchs, könnte das künftige Wachstum nur noch bei 4 bis 5 Prozent liegen.

Doch die These der Bank of America löste Kritik aus. Sneaker machen inzwischen rund 60 Prozent der Schuhverkäufe in den USA aus, sagt etwa eine Analystin von Goldman Sachs. Sportschuhe hätten sich im Zuge eines gesellschaftlichen Strebens nach Komfort durchgesetzt – Prioritäten, die so bald nicht verschwinden dürften. Die US-Sneaker-Kategorie wuchs laut Bloomberg-Daten 2025 um 4 Prozent, während Modeschuhe um 3 Prozent schrumpften. Gleichwohl sehen sich Hersteller seit der Pandemie mit Gegenwind konfrontiert: Wechselhafter Käufergeschmack, schwache China-Verkäufe und drohende US-Zölle belasten. Die Aktien von Adidas fielen im vergangenen Jahr um über 30 Prozent, Puma gab 45 Prozent nach, Nike und On verloren je rund 10 Prozent – letztere trotz starken Umsatzwachstums.

Nun fragt man sich natürlich wirklich, was diese Nachricht wert ist oder die zitierte Studie. Insbesondere die widersprüchlichen Angaben sind verwirrend. Sind die Kurse gefallen wegen den Zöllen, die Trump eingeführt hat, oder wegen der aktuellen westlichen Politik, die China, Russland und andere Länder dazu bewogen haben, im Sinne eines Schulterschlusses dem Westen und seinen Produkten den Rücken zu kehren? Und wie lange würde diese Blockade anhalten? Ja, solche Studien werfen manchmal mehr Fragen auf, als dass sie Antworten liefern. Für Anleger könnte dieser Bericht ein Ansporn sein, vermehrt auf solche Aktien zu achten und sie zu beobachten, um bei vorhandenem Erholungspotential der Aktie mit einem Kauf einzusteigen.

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