Noch selten war es in der Formel 1 so spannend wie heute. Drei Rennen vor dem Saisonende ist noch kein Weltmeister auszumachen und auch bei den Teams sind noch entscheidende Rochaden zu erwarten. Der GP in Brasilien am vergangenen Wochenende hat das Ranking wieder massiv verändert.
Ganz besonders für Lando Norris auf McLaren muss es ein Traumwochenende gewesen sein: Platz 1 im Sprintrennen und Platz 1 beim Rennen am Sonntag. Besser geht es nicht. Lange Zeit hatte der Brite während der Saison 2025 hinter seinem Stallgefährten Oscar Piastri hinterherfahren müssen, doch seit diesem Herbst wendet sich das Blatt. Lando Norris ist gelungen, was nur wenige erwartet hätten, er fängt seinen Stallgefährten vor der Zielgeraden noch ab. Letztes Rennen lagen sie nur 1 Punkt auseinander, doch durch den Doppelsieg beim GP in Brasilien katapultiert sich Norris mit 24 Punkten Vorsprung deutlich an die Spitze. Doch nach wie vor haben Lando Norris (390 Punkte), Oscar Piastri (366 Punkte) und Max Verstappen (341 Punkte) die Chance auf den Weltmeistertitel.
Red Bull’s wahres Problem
Das wahre Problem von Red Bull ist nicht, dass Max Verstappen dem Weltmeistertitel hinterherfährt. Seine Leistung ist angesichts des Leistungsunterschieds der Teams geradezu bewundernswert. Das wahre Problem ist, dass Red Bull ein fähiger zweiter Fahrer fehlt. Yuki Tsunoda bringt es gerade einmal auf aktuell 28 Punkte, wogegen Max Verstappen mit 341 Punkten geführt wird. Das ist lächerlich. Auf diese Weise hat Red Bull nie eine Chance, den Konstrukteurs-Weltmeister-Titel zu holen. Der Entscheid, sich vom letztjährigen Fahrer Sergio Perez zu trennen, war im Nachhinein betrachtet sicherlich ein Fehler. Perez, der 2024 152 Punkte einfuhr, wäre für das Team eine deutlich bessere Stütze gewesen als Lawson oder Tsunoda. Das muss sich auf 2026 ändern, will Red Bull um die Krone in der Formel 1 kämpfen.
Ferraris Ausfälle verheerend
Dass beide Ferrari-Piloten es am Sonntag wegen Unfällen nicht ins Ziel schafften, ist für Ferrari eine echte Katastrophe. Hatte sich Ferrari beim GP Mexiko gerade erst auf den 2. Platz geschoben, fallen die Roten aus Maranello wegen diesem völlig unnötigen Malheur wieder auf Platz 4 zurück. Manchmal muss man sich auch fragen, ob es Charles Leclerc je schaffen wird, mit Ferrari Weltmeister zu werden. Und Lewis Hamilton ist mittlerweile sein grösster Kritiker und Zweifler geworden, denn seine Ergebnisse liegen weit hinter seinen Erwartungen zurück. Solche Ausfälle darf sich Ferrari nicht erlauben, will es vorne mitmischen.
Der Kampf um Platz 2 und Platz 6 in der Teamwertung
Noch nie war es zwischen den Formel 1-Teams so spannend wie heute. Mit 398 Punkten liegt Mercedes auf Platz 2, mit 369 Punkten Red Bull auf Platz 3 und mit 362 Punkten Ferrari auf Platz 4. Die Abstände betragen mickrige 7, 29 und 36 Punkte und das kann nach zwei weiteren Rennen schon wieder ganz anders aussehen. Und auch beim Kampf um Platz 6 geht es eng zu und her. Racing Bulls mit 79 Punkten, Aston Martin mit 72 Punkten und Haas mit 70 Punkten trennen gerade einmal 2 bzw. 9 Punkte. Hier zählt jeder Punkt von jedem Fahrer in jedem der noch verbleibenden drei Rennen. Dabei hat sich Oliver Bearman als Fahrer bei Haas gerade hervorgetan und mit den erfahrenen 20 Punkten in Mexiko und Brasilien seinem Stallgefährten Ocon den Rang abgelaufen. Er hat sich in der Tabelle auf den beachtlichen 12. Rang vorgearbeitet und könnte sich noch weiter vorarbeiten, wenn er so weiterfährt. Beachtliche Leistung des jungen Briten.
Es bleibt aufgrund der engen Ausgangslage in der Tabelle in den verbleibenden Formel-1-Rennen in Las Vegas (USA), Katar und Abu Dhabi äusserst spannend, wenngleich McLaren als Team-Weltmeister heute schon feststeht. Welches Team holt sich welchen Platz am Ende der Saison und erhält entsprechend mehr oder weniger Millionen und welche Rochaden sind bei den Fahrern noch zu erwarten. Es bleibt spannend!



