Ski WM 2017: Ausgleichende Gerechtigkeit | Sportguide
 
Feb 8, 10 Monaten ago
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Ski WM 2017: Ausgleichende Gerechtigkeit

Ski WM 2017: Ausgleichende Gerechtigkeit

Bild von links nach rechts: Kjetil Jansrud (Silber), Erik Guay (Gold), Manuel Osborne-Paradis (Bronze) (Copyright: Ski WM St. Moritz 2017)

Trotz seines sagenhaften Talentes hat Kjetil Jansrud während der gesamten Weltcup-Saison 2017 leiden müssen. Hatte er die Weltcup-Saison 16/17 wie gewohnt erfolgreich begonnen, lief ihm 2017 alles schief. Er patzte an so grossen Rennen wie auf der legendären Streif in Kitzbühel mit einem 36. Rang bei der Abfahrt und einem 9. Rang beim Super-G: Was war los? Verflixtes Jahr? Sinnkrise? Er konnte anfassen, was er wollte, er schaffte es nicht, seine technische und fahrerische Überlegenheit in Punkte und Siege umzumünzen, wie er es in der Vergangenheit getan hatte. Umso beglückender war der WM Super-G, bei dem ihm neben seinem fahrerischen Können auch das Glück hold war und er endlich wieder aufs Treppchen stieg.

Das Rennen eröffnete an diesem Tage der Österreicher Vincent Kriechmayer, den so niemand auf der Rechnung hatte, der jedoch zur Überraschung vieler am Ende auf Platz 5 stand. Das zeigte sich vor allem, als Fahrer wie Peter Fill, Beat Feuz oder Dominik Paris hinter ihm Platz nehmen mussten. Erst als Kjetil Jansrud mit der Nummer 9 ins Rennen ging, sollte sich dies ändern. Bereits die Zwischenzeiten liessen Gutes erahnen, denn er lag vorne, seine Fans fieberten mit und jubelten mit ihm, als er ihm Ziel die Hände in die Höhe strecken konnte und als bisher Schnellster durchs Ziel schoss und damit den jungen Österreichener Kriechmayer von der Führungsposition ablöste. Dass er damit gute Chancen auf den Thron hatte, zeigte sich auch, als Max Franz ins Rennen stieg und es mit 1.37 Sekunden Rückstand auf ihn beendete. Mit der Glückszahl 13 stieg sein Landsmann Alexander Aamondt Kilde ins Rennen und zeigte mit einer beherzten Fahrt, dass er an das Norweger-Duo Jansrud Svindal (verletzt) aufschliessen will und kann und schloss auf dem 2. Platz: Doppelführung Norwegen, ja, nun war der Jubel gross! Dann kam der Kanadier Erik Guay, der in den vergangenen Jahren mittelmässige Resultate ablieferte – beim letzten Super-G in Kitzbühel landete er auf dem 20. Platz. Dass die WM allerletzte Kräfte zu mobilisieren vermag, zeigte sich an diesem Tag. Erik Guay, der an der letzten WM in Schladming auf dem 23. Platz landete und an der Olympiade nichts zu reissen vermochte, lieferte sich das Rennen seines Lebens. Bestzeit bei der Zwischenzeit liess aufhorchen und überraschte, und vor allem die Tatsache, dass er die bis ins Ziel nicht mehr losliess und das Rennen mit einem satten Vorsprung von 0.45 Sekunden auf Jansrud gewann! Was für eine Sensation! Die grösste Überraschung des Tages sollte aber erst noch kommen. Mit Nummer 26 ging der Kanadier Manuel Osborne-Paradis ins Rennen. In den vergangenen Jahren fand man ihn auf den hinteren Rängen zwischen Rang 15 und 40. Doch es scheint, als ob die Führung seines Landsmann Erik Guay, der ihm noch wichtige Tipps vom Zielgelände für die Fahrt hinauf funkte, ihn zu Höchstleistungen inspirierte. Er war der Überraschungsfahrer des Tages, der sich mit 3 Hundertstel Vorsprung zwischen die Norweger quetschte und die Bronzemedaille holte.

So standen am Ende des Rennen drei Fahrer auf dem Podest, die in der jüngeren oder längeren Vergangenheit vom Glück verlassen worden waren und nun für einmal vom Glück auserwählt. Das ist wahrhaft ausgleichende Gerechtigkeit und wiederspiegelt die Spannung der Weltmeisterschaft, die in der Unvorhersehbarkeit des Rennens und der Sieger besteht. Das Schicksal hatte an diesem Tag wieder einmal zugeschlagen und jegliche Logik ausser Kraft gesetzt: Ein echtes Sportmärchen!

Rang Startnummer Athletin Nation Fahrzeit Abstand
1 14 GUAY Erik 1:25.38
2 9 JANSRUD Kjetil 1:25.83 +0.45
3 26 OSBORNE-PARADIS Manuel 1:25.89 +0.51
4 13 KILDE Aleksander Aamodt 1:25.92 +0.54
5 1 KRIECHMAYR Vincent 1:26.26 +0.88
6 8 PINTURAULT Alexis 1:26.28 +0.90
7 6 SANDER Andreas 1:26.35 +0.97
8 19 JANKA Carlo 1:26.37 +0.99
9 7 PARIS Dominik 1:26.40 +1.02
10 17 REICHELT Hannes 1:26.47 +1.09
11 3 FILL Peter 1:26.49 +1.11
12 5 FEUZ Beat 1:26.51 +1.13
13 11 FRANZ Max 1:26.75 +1.37
14 28 GIEZENDANNER Blaise 1:26.96 +1.58
14 4 GANONG Travis 1:26.96 +1.58
16 2 THEAUX Adrien 1:26.99 +1.61
17 34 CATER Martin 1:27.19 +1.81
18 25 ROGER Brice 1:27.22 +1.84
19 23 CASSE Mattia 1:27.29 +1.91
20 24 CAVIEZEL Mauro 1:27.30 +1.92
21 20 HIRSCHER Marcel 1:27.43 +2.05
22 22 KUENG Patrick 1:27.44 +2.06
23 31 BUZZI Emanuele 1:27.54 +2.16
24 38 HROBAT Miha 1:27.76 +2.38
25 33 NETELAND Bjoernar 1:28.18 +2.80
26 16 FERSTL Josef 1:28.22 +2.84
27 45 FAARUP Christoffer 1:28.24 +2.86
28 43 COCHRAN-SIEGLE Ryan 1:28.76 +3.38
29 46 VON APPEN Henrik 1:28.87 +3.49
30 36 KOELL Alexander 1:28.94 +3.56
31 53 ZUBCIC Filip 1:29.05 +3.67
32 21 HUDEC Jan 1:29.31 +3.93
33 37 OLIVERAS Marc 1:29.35 +3.97
34 39 FEASEY Willis 1:29.60 +4.22
35 41 TRIKHICHEV Pavel 1:29.78 +4.40
36 55 PFIFFNER Marco 1:29.81 +4.43
37 52 BYDLINSKI Maciej 1:29.83 +4.45
38 54 KLUSAK Michal 1:30.19 +4.81
39 49 BERNDT Ondrej 1:30.40 +5.02
40 58 ZABYSTRAN Jan 1:30.64 +5.26
41 64 DANILOCHKIN Yuri 1:30.94 +5.56
42 65 ACHIRILOAIE Ioan Valeriu 1:31.59 +6.21
43 61 HORWITZ Kai 1:32.11 +6.73
44 44 BARWOOD Adam 1:32.82 +7.44
45 63 STEVOVIC Marko 1:32.93 +7.55
46 70 BREITFUSS KAMMERLANDER Simon 1:33.27 +7.89
47 60 ZAKURDAEV Igor 1:34.68 +9.30
48 66 KOVBASNYUK Ivan 1:34.77 +9.39
49 71 TAHIRI Albin 1:36.29 +10.91
50 72 PIMENOV Taras 1:43.88 +18.50
51 69 SHCHERBAKOVSKIY Nikita 1:48.70 +23.32
68 KEKESI Marton DNF
67 LUIK Juhan DNF
62 BENDIK Martin DNF
59 VON APPEN Sven DNF
57 ZAMPA Andreas DNF
56 LAIDLAW Harry DNF
51 ULLRICH Max DNF
50 ZAMPA Adam DNF
48 KRYZL Krystof DNF
47 JENOT Olivier DNF
42 VUKICEVIC Marko DNF
40 KUZNETSOV Ivan DNF
35 MONSEN Felix DNF
32 VERDU Joan DNF
30 KOSI Klemen DNF
29 DRESSEN Thomas DNF
27 BIESEMEYER Thomas DNF
18 WEIBRECHT Andrew DNF
15 MAYER Matthias DNF
12 COOK Dustin DNF
10 KLINE Bostjan DNF

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