Sebastian Vettel, ein echter Teufelskerl
 
Nov 18, 1 Jahr ago
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Sebastian Vettel, ein echter Teufelskerl

Sebastian Vettel, ein echter Teufelskerl

Er geht immer an die Grenzen, will es immer wissen, seines Siegesdrang kennt keine Grenzen, er scheut kein Risiko, er ist ein echter Teufelskerl. Kein Wunder hat der stets strahlende Heppenheimer bereits vier Weltmeistertitel intus, angesichts seiner zahlreichen Erfolge hat er wirklich guten Grund, zu strahlen. Seit er bei Ferrari ist, geht es auch mit den Roten steil aufwärts! Ist das der Vettel-Effekt?

von Rolf Fleckenstein

Kaum hat Sebastian Vettel die Seiten gewechselt und seinen Traum – für Ferrari zu fahren – in die Tat umgesetzt, geht es mit Ferrari aufwärts wie nie zuvor. Er will offensichtlich an die grossen Erfolge von Landsmann Michael Schumacher anknüpfen, der sein grosses Vorbild ist und dessen Ehrgeiz er immer sehr bewundert hat. Und die beiden haben sich gefunden, als das Timing stimmte. Nun ist Vettel erneut auf Erfolgskurs und holt zum nächsten Titelgewinn aus. Wird er 2016 Weltmeister?

Früh ging’s los
Der Mann wirkt mit seinem Strahlen immer so jung und frisch, ist er mit seinen 28 Jahren ja auch. Doch wer hätte da gedacht, dass er bereits seit sage und schreibe 20 Jahren Rennsport betreibt? 1995, im Alter von zarten 8 Jahren, ging es los mit Kartsport, natürlich, womit sonst. Hier spurte der junge „Seb“, wie ihn seine Freunde nennen, seine ersten Runden und Rennjahre ab. Hier sammelte er die Erfahrungen, die er brauchte, um später die Meistertitel einzufahren, für die ihn alle Welt kennt. Das grosse Siegen begann im neuen Jahrhundert. Erstmals holte er sich 2001 im Kartsport unter anderem den nationalen Titel „Meister der Deutschen Juniorenmeisterschaft“ und den internationalen Titel „Meister der Junioren-Europameisterschaft“. 2003 startete er erstmals in der deutschen Formel BMW ADAC und holte sich mit fünf Siegen, den Vizemeistertitel und den Titel „Rookie-Champion“, ein typische Eigenheit von Sebastian, er ist häufig nicht nur der Erste, sondern auch der Jüngste. 2004 doppelte er furios nach und holte sich mit 18 von 20 möglichen Siegen den Meistertitel der Formel BMW ADAC. 2005 ging’s in die Formel 3 und sie werden es schon erraten haben, richtig, wieder Rookie-Champion dank sechs Podestplätzen! Und erstmals durfte er auch ans Steuer eines Formel 1-Boliden, nämlich als Testfahrer für BMW in Jerez. Da er seine Sache offensichtlich gut machte, durfte er im Folgejahr auch in Monaco als Formel 1-Testfahrer von BMW seine Runden drehen. Mit vier Siegen holte er sich auch den Vizemeistertitel in der Formel 3 (Euro-Serie). Damit waren die Weichen gestellt, um in der Formel 1 Fuss zu fassen. 2007 begann er beim BMW Sauber-Team und wechselte dann zu Toro Rosso. Mit dem Sieg des Grossen Preis von Italien 2008 holte sich Vettel den Titel „Jüngster Sieger aller Zeiten eines F1-Grand Prix“ und erzielte im selben Jahr 35 Punkte. Auf die Saison 2009 wechselte Vettel zu Red Bull Racing, womit eine noch nicht dagewesenen Siegesserie begann. Nahm Vettel 2009 noch Mass, holte sich der deutsche Formel 1-Fahrer 2010 den Weltmeistertitel dank seinen fünf Siegen, fünf weiteren Podestplätzen und 256 Punkten. Damit kürte er sich zum jüngsten Formel 1-Weltmeister aller (bisherigen) Zeiten. Red Bull Racing und Sebastian Vettel dominierten die Formel 1 unangefochten. Es wundert daher nicht, dass Vettel 2011 nach 11 Siegen und mit 392 Punkten zum jüngsten Doppelweltmeister der Formel 1 erkoren wurde. 2012 folgte der dritte Ritterschlag, dritter Weltmeistertitel in Folge und jüngster Dreifach-Weltmeister aller Zeiten, natürlich auf Red Bull, „denn Red Bull verleiht Flügel“, Sie wissen schon, offensichtlich auch Sebastian Vettel. Mit 13 Siegen und 397 Punkten holte sich Sebastian Vettel 2013 den 4. Weltmeistertitel und den Titel „Jüngster 4-Fach-Weltmeister aller Zeiten“. Mit diesem 4. Weltmeistertitel katapultierte er sich in den Formel 1-Olymp, denn damit zog er mit Formel 1-Legende Alain Prost (ebenfalls 4 Weltmeistertitel) gleich und liess Fahrerlegenden wie Niki Lauda (3 WM-Titel), Jackie Stewart (3 WM-Titel) oder Ayrton Senna (3 WM-Titel) hinter sich. Nur der Argentinier Juan Manuel Fangio mit fünf Weltmeistertiteln in den 50-er Jahren und Michael Schumacher mit 7 Weltmeistertiteln (1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004) haben in der WM-Titel-Historie mehr erreicht. Und Vettel hat zwei grosse Pluspunkte: er ist noch jung und er fährt Ferrari, weitere WM-Titel liegen also durchaus im Bereich des Möglichen und Machbaren.

Frustration hat auch etwas Gutes
Nach vielen Jahren unangefochtenen Siegens musste er 2014 hart ins Lenkrad beissen, seine Erfolgscrew bei Red Bull konnte gegen die haushoch überlegenen Mercedes nichts mehr ausrichten, da konnte selbst Sebastian mit all seinen fahrerischen Fähigkeiten nichts mehr daran ändern. Masslose Frustration war die Folge. Am Ende reichte es noch zu 167 Punkten und Platz 5; für den erfolgsverwöhnten und ehrgeizigen Formel 1-Piloten natürlich die totale Katastrophe. Zur gleichen Zeit hatte Ex-Weltmeister Fernando Alonso mit Frust bei Ferrari zu kämpfen. Den Unmut über die Probleme mit Ferrari verschaffte sich der Spanier mehr als einmal in aller Öffentlichkeit Luft, was zu harten Konfrontationen mit dem Ferrari-Management führte. Ferrari konnte und wollte sich nicht in aller Öffentlichkeit von Alonso derart vorführen lassen. Schliesslich war auch Ferrari nicht erfreut über den damaligen Punktestand und den steten Stillstand in der Tabelle. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis die Zusammenarbeit zwischen Alonso und Ferrari ein Ende nehmen sollte. In dieser Zeit der Krise fanden die beiden zueinander, Ferrari und Vettel, die ersten Gespräche fanden statt, bis kurz vor Saisonende bekannt wurde, dass Vettel 2015 zu Ferrari wechseln sollte und Alonso vor die Tür gesetzt wurde. Für Vettel ein absoluter Glücksmoment.

Ferrari zurück auf der Erfolgsspur
Seit die beiden zueinander gefunden haben, sind beide wie entfesselt, Vettel seinerseits und Ferrari andererseits. Bei wollen bedingungslos an die Spitze und reissen sich jedes verfügbare Bein aus, um aufs Podest zu fahren. Und siehe da, es funktioniert. Nach Jahren der Podestabsenz von WM-Rekordhalter Ferrari – man hatte sich als Ferrarifan schon gewundert, ob die Roten das Siegen verlernt hätten und wie lange die Leidensphase noch andauern sollte, denn schliesslich warten die Ferraristi seit 2008 auf einen neuen Titel – fährt Vettel seinen roten Teufel wieder in die Top 3 und hat 2015 bereits dreimal den Siegespokal in die Höhe gestemmt und weitere 7 Mal auf dem Podest gestanden. Auf seinem Weg begleiten ihn viele Personen, die Familie, Freunde, das Team und die Sponsoren, die ihn unterstützen und es erst möglich machen, dass Sebastian Vettel diese Karriere bisher hinlegen konnte und kann. Zu seinen bisherigen und aktuellen Unterstützern zählen unter anderem Red Bull, Braun Rasierer oder das Tirendo Reifenportal. Die klare Dominanz von Mercedes hat Sebastian Vettel nun klar gebrochen. Wird 2016 der Durchbruch kommen, folgt der 5. Weltmeistertitel? Dem jungen deutschen Formel 1-Piloten wäre es zu gönnen, wir drücken ihm die Daumen auf seiner Mission zum erneuten Sieg.

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