Roger Federer holt seinen 20. Grand Slam Titel

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Das Finalspiel der diesjährigen Australian Open versprach erstklassig zu werden, schliesslich zeigten sich beide Spieler im Vorfeld in bester Form. Zum einen spielte Roger Federer seit Beginn des Turniers sicher und entschlossen und liess die Gegner chancenlos und auch Marin Cilic zeigte sich durch alle Vorrunden-Matches aggressiv und zielstrebig. Doch gegen einen Roger Federer zu spielen, war im Endeffekt dann doch eine andere Liga als gegen die einfacheren Gegner zuvor, so lag Cilic im ersten Satz schnell einmal mit 4:0 im Rückstand. Und auch seine beiden gewonnenen Aufschlagsspiele musste er mit aller Macht erkämpfen, verlor den Satz aber klar mit 6:2. Zu viele Fehler von Cilic und ein starker Aufschlag und klare Winner auf seiten Federers besiegelten das Ergebnis des ersten Satzes.

2. Satz: Cilic holt auf
Dann drehte Cilic deutlich auf, verständlich aus Sicht von Cilic denn sonst hätte er bald keine Chance mehr im Match gegen den Schweizer gehabt. Der Aufschlag Cilics wurde stärker, damit konnte der Kroate plötzlich mehr und mehr punkten, doch auch gekonnte Passierschläge halfen ihm gegen den konstanten Druck von Federer. So stand es denn alsbald 5:4 Cilic: Federer im 2. Satz und für einen kurzen Moment sogar Satzball für Cilic, doch der Kroate macht dumme Fehler wie z.B. eine einfache Rückhand zu vergeben. Im Gegenzug nutzte Federer seine Chance und egalisiert auf 5:5. Das sind auch die psychologisch wichtigen Momente, an dem der eine wächst und der andere eingeht. Die Änderungen im zweiten Satz: Ein deutlich stärkeres Aufschlagsspiel von Cilic, gekonnte Passierschläge und doch immer wieder dumme Fehler. Auch das Tie-Break war knapp, dass der Kroate mit 7:5 für sich entscheiden konnte. Cilic gewinnt den zweiten Satz, da er einen deutlich stärkeren Aufschlag zeigt und weiter aggressiv spielt, damit hatte er auf Federer aufgeholt. Nun konnte es wirklich spannend werden.

3. Satz: Cilic fällt wieder zurück
Das Match ist nun ausgeglichen, auch das Returnspiel von Cilic ist nun stärker. Beim 2:3 Cilic : Federer gerät der Kroate mit 0:40 unerwartet und überraschend in Rückstand und Federer holt sich das Break. Das sind die psychologisch wichtigen Momente eines Matches. Kann Cilic zurückkommen? Federer führt nun 4:2 und schlägt auf und Cilic müsste das Break machen; das Spiel ist nach wie vor ausgeglichen mit den Momenten für Federer. Cilic kann nicht breaken und es steht 5:2 für Federer. Im Eilzugtempo holen sich beide ihre Games mit zu Null. Damit steht es 6:3 für Federer, Federer holt den dritten Satz, verantwortlich dafür ein starkes Aufschlagsspiel von Federer.

4. Satz: Cilic setzt noch einen Drauf
Hat Cilic die mentale Kraft, den 4. Satz zu holen, nochmals zurückzukommen? Er ist sicherlich nicht soweit gekommen, um im Final sang- und klanglos einzugehen. Er schlägt stark auf und dann doch verliert er unglücklich das 1. Game. Bereits zu Beginn wird Cilic von Federer gebreakt, knickt Cilic nun ein? Federer hat Auftrieb. Cilic steht unter Druck, Federer nicht. Das Gesicht von Federer ist entspannt, dasjenige von Cilic angespannt. Cilic steht unter Druck und muss den Rückstand im vierten Satz in jedem Falle wettmachen. Und wow, beim Stand von 2:3 Cilic : Federer breakt Cilic Federer zu Null mit starken Returns und einem Doppelfehler von Federer. Das Spiel ist wieder ausgeglichen. Der vierte Satz ist wieder klar umkämpfter. Cilic baut auf 4:3 aus und Federer schlägt auf, doch das Aufschlagspiel Federers schwächelt plötzlich. Mentaler Einbruch bei Federer? Cilic holt sich mit sagenhaften Vorhand-Winnern verdient das Game und führt im Satz mit 5:3. Sein Aufschlagsspiel setzt Cilic klar durch und gewinnt es zu Null und damit den Satz mit 6:3. Cilic ist mental und technisch wieder sehr stark geworden und Federer klar wieder schwächer. Es ist ein echtes Tauziehene zwischen den beiden. Wenn Cilic im fünften Satz wie im zweiten oder vierten Satz spielen wird, geht das Match an ihn ansonsten an Federer. Es bleibt spannend!

5. Satz: Es wird eng für Cilic
Der 5. Satz beginnt wie ein Krimi. Federer schlägt zunächst stark auf, dann hält Cilic mit starken Returns dagegen und erhält zweimal die Breakmöglichkeit und nur mit Glück kann Federer sein Game durchsetzen. Cilic spielt gerade sehr stark und der erste Winner-Aufschlag von Federer fehlt. Es ist ein Spiel auf Messers Schneide. Cilic geht bei eigenem Aufschlag in Führung und wirkt dominant, doch mit einem unnötigen Doppelfehler gerät er völlig unerwartet in Rückstand und wird gebreakt. Es steht unerwartet 2:0 für Roger Federer. War’s das für Cilic? Wohl kaum. Cilic kämpft weiter, doch das Glück ist nun aufseiten Federers und es steht 3:0 für Federer. Cilic braucht nun sein Game und dann das Break. Cilic schlägt stark auf und holt sich das Game zu Null, aber auch Federer schlägt plötzlich seine ersten Aufschläge wieder stark auf und es steht 4:1 für Federer. Cilic muss nun was tun. Doch es wird noch schlimmer: Anstatt sein Spiel durch zu bringen und das von Federer zu breaken, verliert er mit dummen Schlägen ins Netz sein eigenes Spiel, nun steht es 5:1 und das Match ist damit sicherlich verloren. Diesen Rückstand wird er nicht mehr aufholen können. Nun wird Federer den Sack zumachen. Und dann kommt es wie es kommen muss, Federer holt sein Game und den Satz mit 6:1 und damit das Match.

Cilic hatte phasenweise überlegen gekämpft, aber er hatte zu oft einem Rückstand hinterher rennen müssen, den er mit dummen Fehlern selbst verursacht hatte, und so etwas kostet physisch und mental zu viel Kraft. Federer spielte von Anfang an souverän und entschlossen, auch wenn Federer Phasen hatte, während denen ihm insbesondere bei den ersten Aufschlägen wenig gelang und so ging die Partie hin und her ging immer mit einem kleinen Vorsprung für Federer, was Federer am Ende für sich nutzen konnte. Er ist verdient der Sieger der Australian Open 2018 und holt damit seinen 20. Grand Slam-Titel.

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