Rad WM 2013: Strömender Regen, heftige Stürze und der erste portugiesische Weltmeister

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An diesem Sonntag, den 29.09.2013, verdüstern dunkle Wolken die Erde über der Toscana und es regnet in Strömen: Kein Sonntagswetter und sicherlich kein Prachtwetter für eine Strassenrad-Weltmeisterschaft! Darauf freuen sich auch die Fahrer nicht, denn die Temperaturen sind tiefer und die Fahrbedingungen gefährlicher.

Zuversicht beim Schweizer Team
Fabian Cancellara äussert sich einen Tag vor dem Rennen noch zuversichtlich angesichts des mit 9 Fahrern besetzten, starken Schweizer Teams und sicherlich auch motiviert durch die Bronzemedaille, die er vier Tage zuvor beim Einzel-Zeitfahren gewonnen hat. „Ich habe das Gefühl, dass wir genauso stark sind wie an der Olympiade, wo wir gezeigt haben, dass wir vorne mitmischen können, und ich bin überzeugt, dass wir dies in Florenz auch können“, gibt er beim Interview mit dem Schweizer Fernsehen zur Antwort. Fahrer wie Martin Elmiger oder Matthias Frank gehen selbstbewusst ins Rennen, doch gerade Martin Elmiger sowie auch Oliver Zaugg, die für die „Mission Weltmeisterschaft“ von Bedeutung sind, stürzen im Rennen und können nicht weitermachen. Das Ziel der Schweizer Mannschaft kann deshalb nicht erreicht werden.

Stürze en Mass
Stürze gibt es während des Rennens viele. Mitunter erwischt es den Kolumbianer Rigoberto Uran heftig. Der Zweitplatzierte des Giro d’Italia fährt in der losgelösten Spitzengruppe in der letzten Runde des Rennens an der Seite von Joaquim Rodriquez, als er sich plötzlich bei einer rasanten Abfahrt verschätzt, aus der Kurve getragen wird, mit dem Bordstein kollidiert und sich heftig überschlägt. Obwohl er sich recht schnell wieder erhebt, ist von weitem gut erkennbar, dass er sich verletzt hat und nur mit grosser Mühe wieder aufs Rad steigen kann. Auch das Rad hat beim Sturz gelitten. Der Vorfall kostet ihn den Spitzenplatz an der WM und wirft am Ende des Rennens auf den 41. Rang zurück. Mit solch dünnen Reifen bei nassen Verhältnissen so hohe Tempi zu fahren, erfordert viel Mut, Risikobereitschaft, Können und auch eine gewisse Portion Glück, denn der Grat zwischen Rutschen und Haften ist sehr schmal und gefährlich und der eine oder andere bezahlt mit einem heftigen Sturz. Geschick oder Wahnsinn ist manchmal die Frage.

Abwarten bis zum Schluss
Das Rennen startet in Lucca und führt über eine rund 106 km lange Strecke nach Florenz, wo ein Rundkurs von 16,6 km zehnmal befahren wird: Insgesamt warten 272 km an diesem Tag auf die Fahrer. Obwohl zu Beginn des Rennens ein Ausreissversuch einer Fünfergruppe unternommen wird, beginnt die eigentliche Entscheidung um den Sieg erst in der zweitletzten Runde. Ab dieser Phase wird um die finalen Positionen gekämpft. Dabei kann sich Joaquim Rodriguez bei einem Anstieg mit drei weiteren Spitzenfahrern lösen, und es bildet sich eine Lücke zwischen ihnen und dem Feld. 10 Kilometer vor Ende des Rennens hat sich die Vierergruppe mit etwa 30 Sekunden vom Feld abgesetzt und macht den Sieg unter sich aus. Zuerst setzt sich Rodriguez abermals bei einem Anstieg ab und liegt in Führung, bis etwa einen Kilometer vor dem Ziel der diesjährige Tour de Suisse Gewinner Rui da Costa mit hohem Tempo zum Spanier aufschliessen kann, was zu einem finalen Spurt führt, welchen der Portugiese für sich entscheiden kann. Alejandro Valverde und Vincenzo Nibali kämpfen 15 Sekunden später um den Platz auf dem Podest, wobei Valverde der Glücklichere hierbei ist. Nibali bestätigt mit seinem vierten Platz seine gute Jahresform, welche ihm den Sieg beim Giro und den zweiten Platz bei der Vuelta einbrachte, und unerhörten Kampfgeist, war er doch bei Kilometer 238 gestürzt. Er hätte es klar auch verdient, auf dem Treppchen stehen zu dürfen. Hierzu fehlte ihm nur das bisschen Rennglück, welches es eben braucht.

Fabian Cancellara klassiert sich mit Platz 10 als bester Schweizer. Sein Team Kollege Gregory Rast passiert die Ziellinie etwa sechs Minuten später und belegt als zweitbester Schweizer den 45. Rang. Cancellara meint nach dem Rennen glücklich darüber zu sein, das Rennen sturzfrei beendet zu haben. Es wären schwere Bedingungen gewesen und beim zweitletzten Anstieg hätten die Bergfahrer Gas gegeben und für ihn hätte es einfach nicht mehr gereicht.

Rangliste
1  FARIA DA COSTA Rui Alberto POR POR19861005 7:25:44 +0
2  RODRIGUEZ OLIVER Joaquin ESP ESP19790512 ” ”
3  VALVERDE BELMONTE Alejandro ESP ESP19800425 7:25:59 +15
4  NIBALI Vincenzo ITA ITA19841114 ” ”
5  GRIVKO Andriy UKR UKR19830807 7:26:15 +31
6  SAGAN Peter SVK SVK19900126 7:26:18 +34
7  CLARKE Simon AUS AUS19860718 ” ”
8  IGLINSKIY Maxim KAZ KAZ19810418 ” ”
9  GILBERT Philippe BEL BEL19820705 ” ”
10  CANCELLARA Fabian SUI SUI19810318 ” ”
11  MOLLEMA Bauke NED NED19861126 ” ”
12  NORDHAUG Lars Petter NOR NOR19840514 ” ”
13  MORENO FERNANDEZ Daniel ESP ESP19810905 ” ”
14  GESCHKE Simon GER GER19860313 ” ”
15  HENAO MONTOYA Sergio Luis COL COL19871210 ” ”
16  SCARPONI Michele ITA ITA19790925 ” ”
17  POZZATO Filippo ITA ITA19810910 7:26:49 +1:05
18  VICHOT Arthur FRA FRA19881126 ” ”
19  PATERSKI Maciej POL POL19860912 ” ”
20 BOASSON HAGEN Edvald NOR NOR19870517 ” ”
21 FUGLSANG Jakob DEN DEN19850322 ” ”
22 KONOVALOVAS Ignatas LTU LTU19851208 7:27:10 +1:26
23  VAN AVERMAET Greg BEL BEL19850517 ” ”
24  TROFIMOV Yury RUS RUS19840126 ” ”
25  WEENING Pieter NED NED19810405 7:27:28 +1:44
26  STYBAR Zdenek CZE CZE19851211 7:27:43 +1:59
27  SARAMOTINS Aleksejs LAT LAT19820408 7:27:45 +2:01
28  BARDET Romain FRA FRA19901109 ” ”
29  PAUWELS Serge BEL BEL19831121 ” ”
30  KVASINA Matija CRO CRO19811204 ” ”
31  HOWES Alex USA USA19880101 ” ”
32  SORENSEN Chris Anker DEN DEN19840905 ” ”
33  GOLAS Michal POL POL19840429 ” ”
34  ATAPUMA HURTADO Darwin COL COL19880115 ” ”
35  BETANCUR GOMEZ Carlos Alberto COL COL19891013 ” ”
36 MACHADO Tiago Jose Pinto POR POR19851018 ” ”
37  STETINA Peter USA USA19870808 ” ”
38  DENIFL Stefan AUT AUT19870920 7:27:49 +2:05
39  BURGHARDT Marcus GER GER19830630 7:29:24 +3:40
40  POLANC Jan SLO SLO19920506 ” ”
41  URAN URAN Rigoberto COL COL19870126 7:30:11 +4:27
42  DEGENKOLB John GER GER19890107 7:30:37 +4:53
43  CHERNETSKI Sergei RUS RUS19900409 7:30:39 +4:55
44  ROUX Anthony FRA FRA19870418 ” ”
45  RAST Gregory SUI SUI19800117 7:32:08 +6:24

 

Sturz von Rigoberto Uran

Rennzusammenfassung

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