Fantastisches Finale an den French Open 2015

0
3

Insbesondere die letzten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten Wawrinka und Djokovic waren stets ein echter Kracher, geprägt von Kampfgeist, Kreativität, Entschlossenheit und Spielintelligenz. Und immer war es eng. So sollte auch dieses Finale werden, denn für beide stand viel auf dem Spiel: Für Djokovic ging es darum, zum ersten Mal den Titel dieses Grand Slams zu erringen und auch für Wawrinka, der erstmals im Finale der French Open stand, war klar, es konnte nur um den Pokal gehen, um was sonst.

Entsprechend aggressiv servierte Stansilas Wawrinka im ersten Aufschlagsspiel, mit welchem er das Endspiel eröffnete. Man merkte gleich, er wollte von anfang klar machen, dass er siegen wollte und Djokovic bezwingen. Doch Djokovic befindet sich aktuell in einer Topform und ist verdientermassen die Nummer 1 der Welt. Entsprechend retournierte der Serbe stark. Es sollte daher nicht verwundern, dass Wawrinka trotz starken Spiels bereits um sein erstes Aufschlagspiel bangen sollte, als es 40:40 stand. Hart umkämpft holte sich Wawrinka sein erstes Game, ein Zeichen für einen echt harten Fight, den die Zuschauer an diesem strahlenden Sonntagnachmittag in Paris erwarten durften. Djokovic dagegen überzeugte von Beginn weg mit starken ersten Aufschlägen, weshalb es alsbald 1:1 stand. In den folgenden Games ergaben sich für beide klare Breakchancen, die Djokovic für sich nutzen konte und mit 4:3 in Führung ging. Beim Stand von 5:4 und Aufschlag Djokovic holte sich der Serbe zwei Satzbälle bei 40:15. Hier glänzte Stan mit sagenhaften Returns und glich zum 40:40 aus. Novak aber war zu überlegen und holte sich den ersten Satz mit 6:4. Bei den entscheidenden Momenten war Djokovic einfach zu stark, Wawrinka patzte.

War dies ein schlechtes Omen? Nein, keineswegs. Wer Wawrinka kennt und die Matches der beiden in den vergangenen Monaten und Jahren beobachtet hatte, wusste, dass Stan noch lange nicht aufgeben würde, zu entschlossen war er, den Pokal nach Hause zu tragen. Mit starken Return, Longlines, Passierschlägen und Aufschlägen vermochte sich der Schweizer den zweiten Satz zu schnappen und auszugleichen. Berauscht vom Aufwärtstrend legte er erst recht im dritten Satz, den er fulminant für sich entschied. Hatte Djokovic eine Schwächephase? Steckte ihm das gestrige Halbfinalspiel gegen Andy Murray noch in den Knochen?

Nun lag Wawrinka vorne und Djokovic musste den vierten Satz holen, wollte er noch eine Chance auf den Sieg haben. Wawrinka verstand es nun, mit ganz starken Passierschlägen Djokovic an die Wand zu spielen insbesondere beim Stand von 4:4 im vierten Satz, bei welchem Wawrinka mit sagenhaften Returns Djokovic breakte und mit dem 5:4 nun zum Matchgewinn aufschlagen konnte. Doch Djokovic wollte sich nicht kampflos geschlagen geben und so kam es zum Deuce, zu Advantage Djokovic, doch mit Ruhe, Entschlossenheit und beeindruckenden Returns, am Ende mit einem Longline besiegte Stanislas Wawrinka Novak Djokovic mit 6:4, 4:6, 3:6 und 4:6 und holt sich damit seinen zweiten Grand Slam Titel nach dem Sieg bei den Australian Open 2014.

Er meinte beim Interview, er könne kaum glauben, was er heute erreicht habe, es sei immer eine grosse Herausfordeung gegen Novak zu spielen. Das sei die grösste Herausforderung, die er in seinem Leben erreichen konnte.

Nicht mehr endende Standing Ovations erfolgten beim Auftritt von Novak Djokovic, der ein hervorragendes Turnier gespielt hat und der es verdient hätte, hier zu gewinnen. Sichtlich gerührt zeigte sich Novak von dieser überwältigenden und beeindruckenden Anerkennung der Zuschauer, der mit den Tränen zu kämpfen hatte. Im Interview meinte Djokovic, es sei ein schwieriger Moment für ihn, aber es gibt wichtigere Dinge als Siege, es sind Charaktere, Respekt, du bist ein grosser Spieler, Stan! Auch Stan gratulierte Novak, der ein grossartiger Spieler sei und der es verdienen würde, diesen Titel einmal zu gewinnen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here